Der Opera-Browser verspricht mit seiner soeben erschienenen Version 9.5, HTML und JavaScript doppelt so schnell zu rendern wie in Version 9.2. Weitere, für Entwickler interessante Details gehen aus dem Artikel Opera 9.5 - the next generation of web standards hervor. Mit dem Grad, in dem er die aktuellen und gerade entstehenden Webstandards von HTML, CSS, DOM, ECMAScript/JavaScript, SVG und anderen Technologien unterstützt, darf er sicherlich zu den leistungsfähigsten Browsern gezählt werden. Besonders Entwickler, die gerne schon mal das ein oder andere neue Feature von HTML 5 in der Browser-Praxis austesten möchten, sollten sich Opera 9.5 besorgen: der Browser kann bereits mit einigen HTML-5-spezifischen Elementen, Attributen und angeschlossener DOM-Verarbeitung umgehen.
Viel Zeit bleibt jedoch nicht zum Testen, denn in wenigen Tagen, am 17. Juni 2008, wird der Firefox-Browser in Version 3.0 offiziell erscheinen. Die Spread-Firefox-Initiative hat für diesen Tag einen Download Day 2008 ausgerufen. Die Webanwender dieser Welt sollen helfen, einen neuen Guinness-Weltrekord im Downloaden eines einzigen Produkts innerhalb eines einzigen Tages aufzustellen.
Normalanwender können sich bei Ralph Segerts Video-Anleitungen mit den Oberflächen-Features der neuen Firefox-Version vertraut machen. Welche Verbesserungen Firefox 3 in Sachen Webstandards-Unterstützung en detail bringen wird, muss sich erst noch herausstellen. In jedem Fall soll er den Acid-2-Test für Browser bestehen.
Während der Opera-Browser bei den Marktanteilen für Browser kaum die 1%-Marke knackt (Safari hat mit 6% bereits wesentlich mehr Bedeutung), werden für Firefox aktuell und weltweit immerhin schon 18% ermittelt (in Deutschland und einigen anderen Ländern Mitteleuropas liegt der Marktanteil deutlich höher, teilweise über 30%). Die 3er-Version soll dem Internet Explorer weitere Prozente abjagen.
Letzterer gilt nach wie vor als das große Ärgernis für viele Webentwickler, denen vor allem die immer noch erhebliche Verbreitung der 6er-Version in der Praxis unschöne Verrenkungen abverlangt. Noch hat die Version 7 die 6er-Version nicht endgültig verdrängt, da läutet Microsoft schon die Beta-Phase für Version 8 ein. Als Nachfolger der noch aktuellen Beta 1 Version ist für den Sommer einer Beta 2 Version geplant. Die finale Version erscheint möglicherweise noch im Jahr 2008. Microsoft stellt ebenfalls die Webstandards-Unterstützung neben der Verbesserungen an der Benutzeroberfläche in den Vordergrund der Versprechen. So soll beispielsweise CSS 2.1 wirklich vollständig unterstützt werden.
Das Alltagsgeschäft der client-seitigen Webentwicklung wird durch die neuen Browser-Versionen allerdings nicht unbedingt leichter. Die Vorgänger-Versionen verschwinden ja nicht von heute auf morgen aus dem Netz. Und auch die neuen Versionen werden die meisten Webstandards nicht zu 100% unterstützen. Das fängt bei fehlender Unterstützung für HTML-2-Elemente wie <link> an und endet bei Details in der DOM-Fehlerbehandlung. Doch es ist wichtig, dass sich das Browser-Versionen-Karussell weiterdreht. Denn nur so dürfen sich Webentwickler jedes Jahr etwas mehr trauen, aus dem Reservoire längst vorhandener technologischer Standars zu schöpfen.
