Einigermaßen bestürzt habe ich erst gestern gelesen, dass Erwin Forner am 5. Februar 2008 bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Deshalb dieser kleine Nachruf.
Erwin Forner gehört zu meinen frühen Wegbegleitern im Web. Einer, der schon lange vor der Jahrtausendwende im GERINT-Forum von CompuServe durch unorthodoxe, anregende Gedanken rund ums Internet und seine Technologien auffiel. Einer, der aus der grafischen Ecke kam und nicht so viel Verständnis für Markup-Sprachen hatte, mit denen man nur höchst unzulänglich Pixel kontrollieren konnte. Einer, der den Mut hatte, von Grafik und Webdesign als Selbständiger zu leben und der kein Hehl daraus machte, dass er immer auch vom kommerziellen Blickwinkel her dachte. Einer, der schon viel früher alles viel bunter im Web haben wollte, als es modem-übliche Bandreiten erlaubten und herrschende Lehrmeinungen wünschten.
Ein guter Einstieg in Erwin Forners Sicht der Dinge ist sein KriT-Apfel-Intefview aus dem Jahr 2000. Seine Querdenkerei brachte ihm sogar die Bezeichnung der böse alte Mann des Internet ein. Don Alphonso alias blogbar.de gab es eben damals noch nicht im deutschsprachigen Web. Auch war es noch nicht die Zeit der Blogs und Blog-Kommentare. Es war eher noch die Zeit der Mailinglisten. Erwin Forner gehört zu den Gründern der i-worker Mailingliste. Nichtsdestotrotz wurde auch er zu einem Blogger mit Marke. Erwin Forner - Zwischen Genie und Wahnsinn ist dabei nur sein jüngstes Werk. Voraus ging diesem das Lebensbewältigungs-Blog rund um die Geschichte mit der Filipina alias Annalyn Forner. Neben diesen Spuren im Web hinterlässt Erwin Forner übrigens auch Gedrucktes.
Danke, Erwin, für deine Gedanken!
